Drei VfL-Judomeister starten durch Reviewed by Momizat on . Abb. Dirk Möker (52, 3. Dan), Olaf Bähr (48, 5 Dan), Werner Welzel (63, 4 Dan) Seit 1992 gelingt es der Judo-Abteilung des VfL Pinneberg regelmäßig, dass ihre J Abb. Dirk Möker (52, 3. Dan), Olaf Bähr (48, 5 Dan), Werner Welzel (63, 4 Dan) Seit 1992 gelingt es der Judo-Abteilung des VfL Pinneberg regelmäßig, dass ihre J Rating: 0
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Drei VfL-Judomeister starten durch

Abb. Dirk Möker (52, 3. Dan), Olaf Bähr (48, 5 Dan), Werner Welzel (63, 4 Dan)

Seit 1992 gelingt es der Judo-Abteilung des VfL Pinneberg regelmäßig, dass ihre Judoka die Prüfung zum Schwarzgurt erfolgreich bestehen. In diesem Jahr haben sich drei erfahrene Judomeister der Prüfung beim Hamburger Judo-Verband unterzogen und jeweils den nächst höheren Dan-Grad erworben. Olaf Bähr (5. Dan), Dirk Möker (3. Dan) und Werner Welzel (4. Dan) haben ihre Prüfungen eine Woche vor Weihnachten erfolgreich bestanden.

Mit dem Erwerb des schwarzen Gürtels schließt der Judoka seine Ausbildung als Schüler (Kyu-Grade) ab. Danach vertieft und verbreitert er sein Wissen kontinuierlich und entwickelt sich dabei sukzessive zum Experten. Der 5. Dan ist die letzte Stufe, die man durch Prüfung erreichen kann. Mit ihm wird der Judoka nicht nur Meister, sondern Lehrer (Sensei). Erstmals in Pinneberg haben wir mit Olaf Bähr im Judo einen Schwarzgurtträger mit 5. Dan! Sensei ni rei – wir grüßen unseren Lehrer.

Die Prüfungskandidaten hatten nach ca. vierjähriger Vorbereitungszeit und einem zusätzlichen intensiven dreimonatigen Lehrgang, den Großmeister Helmut Behnke (7. Dan) selbst durchgeführt hat, ein umfangreiches Programm zu präsentieren.

Ein Höhepunkt einer jeden Dan-Prüfung ist die Demonstration einer Kata. Kata kann mit Form, Gestalt übersetzt werden. In einer Judo-Kata führen immer zwei Leute die Techniken aus. Beide sind aufeinander angewiesen und müssen perfekt harmonieren. Sie verhalten sich verabredungsgemäß, d.h. jeder Schritt, jeder Griff sowie jeder Angriff und jede Abwehr ist festgelegt. Bei der Demonstration einer Kata entfällt das sonst wettkampftypische Verhalten, den Gegner/Partner  besiegen zu wollen. Stattdessen steht die vollendete Bewegung, die mit Ausdruck und in angemessenem Rhythmus erfolgen muss. Eine Kata veranschaulicht stets das Grundprinzip der jeweiligen Judotechnik und wird auch als „Grammatik des Judo“ bezeichnet. Um dies zu erreichen, bedarf es bei den Katas, die zum Erreichen höherer Dan-Grade gefordert werden, mehrjähriger Vorbereitung. Bei der Prüfung zum 3. Dan und/oder 5. Dan ist es die Kime-no-kata (Form der Entscheidung; antike Selbstverteidigung), die Olaf und Dirk vorgestellt haben. Zum 4. Dan hat Werner mit Dirk die Kodokan Goshinjutsu-no-kata (moderne Form der Selbstverteidigung) präsentiert. Zum Abschluss dieses Prüfungsteils zeigten Olaf und Werner eine zweite Kata, die zum 5. Dan verlangt wird: die Itsutsu-no-kata (Kata der fünf Formen).

Danach standen in den Prüfungen zum 3. und 4. Dan Wurf- und Bodentechniken an. Hierzu hatten die Prüfungskandidaten ca. 400 Techniken vorzubereiten, stichprobenweise vorzuführen und zu erläutern. Dazu zählten u.a. auch Übungsformen, Wurfprinzipien sowie alle Halte-, Hebel- und Würgegriffe. Besonders erwähnenswert ist auch die judospezifische Selbstverteidigung, die Dirk im Stand und Boden präsentiert hat.

Zum 5. Dan werden an dieser Stelle mehr theoretisch-methodische Kenntnisse verlangt. So hat Olaf zwei unterschiedliche methodische Wege zur Entwicklung von Judotechniken unter Berücksichtigung von Spiel ‐ und/oder Übungsformen aufgezeigt. Anschließend war die Vorstellung des Handlungsrepertoires eines Wettkämpfers gefordert.

Da auch in diesen Teilen der Prüfung überzeugende Leistungen gezeigt wurden, konnten im   letzten Prüfungsfach „Theorie“ weitere Judo-Inhalte abgefragt und erläutert werden. Der theoretische Teil nimmt bei den Prüfungen zu den höheren Dan-Graden deutlich zu. Hierzu zählen die Judo-Werte, Unterrichts- und Lehrmethoden, die geschichtliche Entwicklung des Judo, die Judo-Prinzipien sowie grundlegende Gedanken zur weiteren Entwicklung des Judo.

Dabei stellen die beiden von Jigoro Kano (Begründer des Judo, 1860 -1938) entwickelten Judo-Prinzipien „Bester Einsatz von Geist und Körper (Technisches Prinzip)“ und „Gegenseitige Hilfe für den wechselseitigen Fortschritt und das beiderseitige Wohlergehen (Moralisches Prinzip)“ die Pfeiler des Judo dar. Sie machen deutlich, dass Judo nicht nur eine Kampfkunst ist, sondern einen Weg (do) darstellt, der als Lebensweg/prinzipielle Einstellung zum Leben im Miteinander verstanden werden kann. Judo ist ein Erziehungssystem. Dies hebt es über eine bloße Kampfsportart hinaus und hat damit ein Alleinstellungsmerkmal im Verhältnis zu den anderen Kampfsportarten und Kampfkünsten.

Auch diese Leistungen überzeugten die Prüfer, so dass die drei am Ende der Prüfung ihre Urkunden entgegennehmen konnten.

„Dan-Träger sein“, heißt Vorbild sein; dies gilt auf der Matte wie im täglichen Leben. Gerade im VfL Pinneberg wird Judo in diesem Sinne gelebt. Die Vermittlung sinnvoller, wirkungsvoller Techniken in Verbindung mit den Judo-Werten steht im Mittelpunkt des Trainings und des Wettkampfs. Die drei Judomeister werden ihren Schülern weiterhin zur Seite stehen, ihre Kenntnisse weitergeben und sie unterstützen, ihren eigenen Weg, ihren Ju-do erfolgreich zu gehen. 

Werner Welzel 

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