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Neukirchen 2009 - Und es macht Jahr für Jahr mehr Spaß!

Bilder von Gerhard

Bilder von Joe

Bilder von Olaf

Bilder von Valerij

Am 19.06.09 hieß es wieder Sachen packen und auf ins Zeltlager nach Neukirchen.64 Judoka trafen sich gegen 14:00 Uhr auf dem Parkplatz der THS und konnten es kaum erwarten, bis die Fahrt in dem Doppeldeckerbus endlich losging. Auch wenn das Wetter im Vorfeld bereits Abwechslung versprach, waren alle guter Dinge. Nach circa zweieinhalb Stunden Fahrt kamen alle schließlich im Zeltlager an. Schnell wurde eine Kette gebildet und alle Gepäckstücke aus dem Bus geladen. Danach nahm unser Jugendsprecher Andre Gieseler das Zepter in die Hand und begann damit, die Zelteinteilung vorzulesen. So machten sich nun 34 Kinder mit ihren Zeltbetreuern auf den Weg, um die Betten zu beziehen, die Schlafsäcke auszupacken und sich generell häuslich einzurichten, sofern es denn in einem circa 9qm großen Zelt möglich ist. Nachdem sich alle eingerichtet hatten, wurde der LKW gemeinschaftlich ausgeladen.

Gegen kurz vor sechs war für die ersten beiden Zelte dann der Tischdienst angesagt, denn der Tag war für jeden aufregend und allen knurrte schon der Magen. Nach einem reichhaltigen Abendbrot zog sich die geschlossene Gruppe wärmere Kleidung an und machte einen Rundgang um den See, denn dieser Weg ist die allmorgendliche Laufstrecke des Samstag und Sonntag.In der Zwischenzeit kümmerten sich ein paar Betreuer um die Vorbereitung der Stockbrote. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an die fleißigen Eltern, die ihren Kindern wirklich ausreichend Stockbrotteig mitgegeben haben. Nun fehlte nur noch das Feuer, an dem die Stockbrote geröstet werden konnten. Doch auch dafür war gesorgt. Jan Müller entfachte fachmännisch ein loderndes Lagerfeuer und somit war der Grillplatz mit anliegendem Sportplatz gerade rechtzeitig für die Judo-Kids vorbereitet. Einige setzten sich sofort ans Feuer und in dem einen oder anderen schlummerte ein wahres Bäckertalent. Währenddessen taten sich circa 20 Judoka zusammen und bildeten zwei Gruppen, um eine faire Partie Fußball auf der Wiese auszutragen. Bis circa 22 Uhr konnten sich alle „Kiddies" austoben und verlangten dann aber auch bald ihr Bett. Nach dem Zähneputzen und einer vorgelesenen Geschichte schliefen alle tief und fest. Doch damit war der Abend noch nicht vorbei. Fünf unserer Judoka sollten an diesem Wochenende noch eine Gürtelprüfung ablegen. Normalerweise gehört das nicht zu den Programmpunkten unseres Neukirchen-Wochenendes, nur konnten die fünf aufgrund der Ausfahrt nicht an der Gürtelprüfung des HJV in Hamburg teilnehmen. Unser erste Vorsitzende und Trainer Olaf Bähr setzte sich jedoch inständig für die Prüflinge ein und schaffte es, eine „Sondergenehmigung" zu erwirken. Folglich durften unsere Blaugurtanwärter dann ihre Gürtelprüfung in Neukirchen ablegen. Damit sie dafür aber auch qualifiziert sind, musste am Freitagabend noch ein Techniklehrgang stattfinden. In diesem Lehrgang wurden verschiedene Stand- und Bodentechniken vermitteln. Nach 23 Uhr war dann auch dieser Lehrgang zu Ende und die Prüflinge konnten sich auf ihre Prüfung am morgigen Samstag vorbereiten.

Jeder „normale" Mensch würde nach so einem Pensum nur noch ins Bett gehen wollen, da am nächsten Morgen der Wecker wieder sehr früh klingeln würde. Allerdings wären wir nicht Judoka, wenn es nicht noch ein paar „Verrückte" gibt, die sich zu einem Mitternachtstraining zusammenschließen. Unter Jan Müllers Leitung haben einige unserer Nachwuchsbetreuer und zukünftige Co-Trainer noch mal ordentlich Trainiert. Aber auch das war noch nicht genug. Weit nach Mitternacht machten unsere Nachwuchs-Freaks noch richtige Randoris, also Übungskämpfe. Völlig erschöpft aber doch glücklich kamen sie dann nach 1 Uhr aus der Halle und verschwanden quasi lautlos in ihren Betten.

Am nächsten Morgen gegen viertel vor sieben war allgemeines Aufstehen angesagt. Alle zogen schnell ihr Sportzeug an und liefen, teilweise noch im Halbschlaf, eine Runde um den See. Wahlweise konnte auch Frühsport gemacht werden. Danach hatte jeder Zeit zum Duschen und Zähneputzen und um 8 Uhr stand das Frühstück dank des fleißigen Tischdienstes bereits auf dem Tisch. Nach dem Frühstück hatten alle „Freizeit". Dabei kann das komplette Spiel- und Sportangebot des Zeltlagers ausgeschöpft werden. Ob nun jemand Lust hat, mit dem Kanu oder dem Segelboot den See zu erkunden, oder Basketball zu spielen, für jeden ist etwas dabei. Natürlich sind wir Judoka in allen Sportarten gute „Allrounder", aber ein Wochenende ganz ohne Judo, das geht nicht! Wie in jedem Jahr hatten wir ausreichend Judomatten mitgenommen und konnten somit den dem Zeltplatz angehörigen Discoraum in ein Dojo umwandeln. Dort fanden dann am Samstag Vor- und Nachmittag kleine Trainingseinheiten für alle mitgereisten Judoka statt. Mit diesem Programm verging der Vormittag wie im Flug und alle sehnten sich schon nach dem Mittagessen. Mit Spagetti Bolognese kann man sicherlich nichts falsch machen und alle stärkten sich für die noch anstehenden Aktivitäten im Nachmittag.

Nach dem Mittag holte Moni Bähr die T-Shirt Marker raus und nun konnten alle Kinder ihre mitgebrachten T-Shirts bemalen und unterschreiben lassen. Währenddessen war es auch wieder jedem freigestellt, ob er baden, segeln oder einfach nur spielen möchte.

Da viele Kinder Kuchen, Muffins oder auch Zimtschnecken mitgebracht hatten, war auch für eine kleine Stärkung am Nachmittag gesorgt. Nun mussten die Kids, eingeteilt in Gruppen, ihren Überlebenssinn in unserem Neukirchen-Survival-Spiel beweisen. Dabei ging es unter anderem darum, wie schnell bzw. ob überhaupt ein Zelt aufgebaut werden konnte, oder ob die Gruppe es schafft, sich durch Zusammenarbeit über ein in etwas über einem Meter Höhe gespannten Seil zu bugsieren.

Nach so viel „Spielerei" kam das traditionelle Grillen am Samstagabend wie gerufen. Unsere Jung-Betreuer sorgten durch Akkordarbeit im Gemüse-Schnibbeln für ausreichend Beilagen zu den Würstchen, welche fachmännisch von Stephan Dobke und Joe Drexler gegrillt wurden.

Nachdem alle 64 mitgereisten Judoka satt waren, ging es für fünf von ihnen erst richtig um die Wurst. Valerij Diel, Florian Pegler, Florian Buchholz, Lutz Mertens und Franziska Stäcker standen jetzt unmittelbar vor ihrer Gürtelprüfung. Die Aufregung war allen, trotz ausreichender Vorbereitung, ins Gesicht geschrieben. Die Prüfungskommission setzte sich zusammen aus Olaf Bähr und unserem Prüfungswart Joe Drexler. Alle Prüflinge zeigten zu Beginn ihre Kata vor, für welche der eine oder andere, gerechtfertigter Weise, ein Lob erhielt. Der nächste Bestandteil der Prüfung beinhaltete die Darstellung einzelner Judotechniken. Darüber hinaus mussten diese Techniken aus judotypischen und natürlich auch sinnvollen Situationen demonstriert werden. Doch auch diese Aufgabe stellte für keinen der Blaugurtanwärter ein Problem dar. Im Bereich der Bodentechniken wurden von jedem zwei verschiedene Techniken aus insgesamt vier Würgegruppen abverlangt. Auch diese sollten aus sinnvollen Situationen entwickelt werden, wobei manch einem die Aufregung ein Schnippchen schlug. Durch kleine Hinweise seitens der Prüfer konnten aber auch diese Problemchen behoben werden. Zu guter Letzt durften sich die Prüflinge noch einmal miteinander raufen und in Randoris zeigen, dass sie auf der einen Seite die Techniken auch im Kampf anwenden können, auf der anderen Seite aber auch fair genug sind, bei einem guten Ansatz ihres Partner mit zu fallen. Nach all den Aufgaben standen zwei Dinge definitiv fest: Zum einen war die Luft in der Halle wirklich verbraucht und zum anderen (und das ist wohl das WichtigereJ) hatten alle fünf ihre Prüfung souverän bestanden!!! Von dieser Stelle noch mal herzlichen Glückwunsch und danke an die Prüfer, dass sie so flexibel waren, auch in einem Zeltlager eine Prüfung durchzuführen!

Wie in den letzten Jahren auch schon, hatten die Zelte auch in diesem Jahr wieder die Aufgabe, sich über den Tag einen kleinen Sketch auszudenken. Dabei waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nach der Gürtelprüfung versammelten sich alle im Speisesaal und erwarteten mit Spannung die einstudierten Vorführungen. Von Akrobatik, über Discothek-Besuche bis hin zu Witzen, die schauspielerisch so gut dargestellt wurden und aus Hollywood hätten stammen können, war quasi alles vertreten. Alle hatten einen riesen Spaß und konnte zum Abschluss des Abends noch mal ordentlich die Lachmuskeln trainieren.

Da es bereits nach 22 Uhr war, hieß es nun schleuniges zu Bettgehen, wobei die Gutenachtgeschichte natürlich nicht fehlen durfte. Auch an diesem Abend bekamen unsere bereits zuvor erwähnten „Freaks" wieder einen Rappel und verbrachten den Rest des Abends bzw. den Anfang der Nacht bis nach 1 Uhr in der Halle. Denen scheint man einfach nicht mehr helfen zu können... Irgendwann waren aber auch sie müde und alle verkrochen sich in ihre Schlafsäcke.

6:45 Uhr - der Wecker klingelt. Da war ja was! Nämlich Frühsport! Also streiften sich alle wieder schleunigst ihre Sportsachen über und los ging das Laufen bei schönstem Wetter. Nach dem Duschen und Frühstücken hatten alle erneut Freizeit und konnten nochmals eine kleine Runde über den See schippern, oder sich spannende Duelle an der Tischtennisplatte liefern. Um 12 Uhr stand dann auch schon wieder das Mittagessen auf dem Tisch und das Wochenende neigte sich allmählich dem Ende.Nachdem sich alle ein letztes Mal mit Schweinebraten gestärkt hatten, begann die wilde Packerei. Schlafsäcke hier, nasse Klamotten vom liebevoll-in-den-See-geworfen-zu-werden da, alles musste irgendwie eingepackt werden! Traditionell wurden dann alle Feldbetten aus den Zelten geholt, damit diese gründlich ausgefegt werden konnten und alle warteten nur noch auf das Ankommen des Reisebusses.

Nur noch ein schnelles Abschlussfoto im leichten Nieselregen und schon stand der Bus vor dem Zeltplatzeingang. Alle Sachen wurden verstaut und die Rückreise konnte beginnen.

An der Theodor-Heuss-Schule warteten alle Eltern bereits auf ihre Kinder, welche eigentlich noch länger im Zeltlager geblieben werden.

Somit ging auch dieses Wochenende wie im Flug vorbei. Wir hoffen es hat allen Spaß gemacht und dass ihr auch im nächsten Jahr wieder mit von der Partie seid!!

Jessica Fritzsche