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Neuhaus 2010

„Holt die Kanus raus!“ – So ähnlich hätte die Ansage vor Antritt der Radtour nach Balje lauten können, denn es goss in Strömen. Doch wir sind Judoka und somit wurde die Strecke, welche einer Route für water rafting Fanatiker ähnelte, nach Balje von neun mutigen Radfahrern am Freitagnachmittag auf ihren Drahteseln gemeistert.

Um 14 Uhr trafen sich alle Radfahrer gewappnet mit Regenhosen und –Jacken am Pinneberger Marktplatz, um sich auf den Weg zu machen.

Bei stetigem Regen kämpften sie sich ihren Weg über Prisdorf nach Elmshorn um dann über weitere Dörfer bis zum Fähranleger in Glückstadt zu gelangen.

Während der Überfahrt konnten alle noch einmal Kraft tanken und sich mit heißen Getränken ein wenig von innen wärmen, bevor es dann in die letzte Etappe ging.

Als das Ziel dann schon fast in Sicht war, hatte Petrus ein Einsehen und stellte den Regen kurzzeitig ein. Im „Lager“ angekommen (die Turnhalle der Grundschule Balje) wurden nun Pavillons aufgebaut und die Grills angefeuert. Nach einer warmen Dusche und dem Anziehen von trockenen Kleidern schmeckten die Steaks und Schnitzel gleich viel besser.

Während sich dann ein Teil der Gruppe gemütlich am Lagerfeuer zusammen setzte, begann der ein anderer die Umgebung ein wenig zu erkunden. Stunden später kamen dann auch die Möchtegern Entdecker wieder zurück von ihrer „Reise“ und gegen 02:30 Uhr fanden die letzten der Gruppe den Weg ins Bett.

Der nächste Morgen begann traditionell mit einem ausgewogenen Frühstück und alle packten ihre sieben Sachen für das Wasserskifahren zusammen.

Die wenige Kilometer entfernte Wasserskianlage in Neuhaus war nun das Ziel der zweiten Etappe.

Da das Wochenende im Namen des kühlen Nass stehen sollte, gerieten unsere Radfahrer natürlich auch auf dieser Strecke erneut in einen Regenguss.

An der Wasserskianlage wurden dann die Regensachen schnell gegen Neoprenanzüge ausgetauscht (vielleicht hätte man diese Dinger die ganze Fahrt über anziehen sollen?!) und die Fahrerei konnte losgehen.

Bei Sonnenschein und leichtem Wind verbrachten wir dann einen sehr schönen Tag an der Anlage, wo wir stets die Tricks von Florian Pegler und Jan Müller auf ihren Wakeboards bewundern konnten. Insgesamt waren wir 20 Wasserskifahrer an der Anlage, welche zeitweise nur von uns befahren wurde.

Neben unseren alteingesessenen Wakeboard-Profis war in diesem Jahr wohl der bis dato älteste Wasserski-Neuling mit am Start. Joe Drexler ließ es sich nicht nehmen, die Wasserskier unter die Füße zu schnallen und der Jugend zu zeigen, dass man auch im fortgeschrittenen Alter durchaus noch für jeden Spaß zu haben ist. J

Ohne Sturz drehte er gleich die ersten Runden und verblüffte damit den einen oder anderen „Jüngling“, welcher noch mit den ersten Kurven zu kämpfen hatte.

Doch neben dem „Dorf-Ältesten“ (bitte nimm es mir nicht krumm) hieß es in diesem Jahr auch für Bähr-Junior (Sandra) endlich Wakeboard fahren.

Nach etlichen Startversuchen und einigen Schwierigkeiten in den Kurven meisterte sie am Ende souverän ihre Runden an der Anlage.

Als dann gegen 18 Uhr auch bei den letzten „Verrückten“ die Kräfte schwanden, machten wir uns wieder auf den Weg zurück ins Lager.

Diesmal wurden die unermüdlichen Radfahrer vom Wettergott verschont und konnten ausnahmsweise mal trocken ihr Ziel erreichen.

Als abends dann wieder alle ausgiebig diniert hatten, machte sich schnell eine gewisse Müdigkeit breit.

Bislang circa 80 unter widrigen Umständen zurückgelegte Kilometer mit dem Rad plus sechs Stunden Wasserskifahren machen selbst gut trainierten Judoka zu schaffen.

Somit verabschiedeten sich alle nach und nach in ihre Schlafgemächer und gegen 00:00 Uhr wurden dann endgültig alle Lichter ausgeschaltet.

Ein neuer Morgen, ein neuer Tag. Versorgt mit Brötchen, die Moni Bähr jedes Jahr immer wieder für alle hungrigen Mäuler auftreibt, konnten sich alle für das Aufräumen und die letzte noch bevorstehende Etappe stäken!

Jeder packte mit an und in Rekordzeit wurden die Turnhalle, die Toiletten und der Schulhof wieder so hinterlassen, wie wir ihn vorgefunden hatten.

Noch schnell ein kleines Gruppenfoto und die Radfahrer bestiegen wieder ihre Räder.

Wie heißt es so schön, mit Traditionen soll man nicht brechen? Folglich blieb es den Radlern auch auf der Rückfahrt nicht erspart, sich den Weg durch die hinab fallenden Regengüsse zu kämpfen.

Ein kleiner Stopp in der Eisdiele in Heist sorgte dann dafür, dass die Temperatur im Körper nach dem Regen und der damit verbundenen Kälte endgültig unter null sank, doch ein Ende der Fahrt war schon fast in Sicht und somit fuhren alle neun Radfahrer im Eiltempo Richtung Heimat.

Wenn man bedenkt, dass jeder genug Grund gehabt hätte, aufgrund des miserablen Wetters schlecht gelaunt zu sein und sich dennoch keiner beschwerte, sondern jeder stets ein Lächeln im Gesicht stehen hatte, dann spricht das sicherlich für jeden einzelnen und besonders für die Gesamtheit der Gruppe. Keiner hat sich die Laune verderben lassen und somit war es mal wieder ein unvergessliches Wochenende für alle Beteiligten, welches dringend im nächsten Jahr wiederholt werden muss! (doch auch wenn wir uns nichts so schnell den Spaß an der Freude nehmen lassen, ohne Regen fühlen wir uns auch wohl!! J)

 

Jessica Fritzsche