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Neue Dan-Träger

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Gemeinsam gekämpft, gemeinsam gewonnen

Vier Judoka verloren ihr Ziel nie aus den Augen

 

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19.12.2009, 16:15 Uhr: Mission erfüllt!

Anfangs noch zu fünft in die Mission gegangen, mussten bald erste Verletzungen in Kauf genommen und schlussendlich auch ein Verlust verzeichnet werden. Dennoch schafften es vier den Auftrag zu erfüllen.

Es handelt sich bei dieser Schilderung nicht um einen Einsatz deutscher Truppen im Irak, nein. So kann man jedoch die vergangenen 97 Tage von fünf Judoka unserer Sparte in einem Satz beschreiben.

 

Joe Drexler, Hanspeter Raschle, Melanie Welzel, Julia Wiesner und Jessica Fritzsche machten es sich zum Auftrag am 19.12.2009 die Prüfung zum nächsten Dan-Grad (schwarzer Gürtel) abzulegen, wobei es für Melanie, Julia und Jessica der erste und für Hanspeter und Joe schon der zweite Dan sein sollte.

Was damit alles verbunden ist wurde schnell klar. Die Teilnahme an einem Kampfrichterlehrgang war erforderlich, Wettkampferfolge mussten vorgezeigt werden und ein Vorbereitungslehrgang mit insgesamt 13 Trainingseinheiten stand bevor.

 

Der Lehrgang fand wöchentlich immer Sonntags in den Dojos des Eimsbütteler TVs statt. Hier fanden sich alle zukünftigen Prüflinge mit ihren Prüfungspartnern ein und lernten Judo von einer ganz anderen Seite kennen.

Wobei man sagen muss, dass Judo immer noch Judo war. Allerdings ging es jetzt nicht mehr nur darum eine starke Wettkampftechnik zu trainieren, sondern viel mehr darum, die einzelnen Techniken zu verstehen und sie in Perfektion auszuüben.

 

Nach einem guten Start in den Lehrgang folgte auch unmittelbar der erste Dämpfer. Diagnose: Mittelfußbruch bei Jessica; 6-8 Wochen keinen Sport!

Sollte damit das Ziel bereits schon so schnell in weite Ferne gerückt sein?

Zu allem Überfluss hatte Melanie dann ihren Ellenbogen nicht im Griff und durfte sich ebenfall über 8 Wochen hinweg mit einer Schleimbeutelentzündung herumquälen.

 

Doch solche Lappalien konnten unser Vorhaben nicht stoppen. Mit Zähne zusammen beißen und genügend Tape fing Jessica nach knapp 6 Wochen wieder mit dem Training an und auch Melanie war bald wieder „fit“.

 

Nun standen nur noch 4 Trainingseinheiten an und man realisierte allmählich, dass es immer ernster wird.

Auf den letzten Metern schaffte es Hanspeter dann sich mit einem Teilabriss einer Sehne im Knie endgültig von dem Gedanken, am 19.12.2009 eine Prüfung abzulegen, trennen zu dürfen.

Somit waren von den fünf „Kriegern“ nur noch vier übrig und dabei sollte es auch bleiben.

 

Am 19.12.2009 gegen 10:00 Uhr war es dann endlich so weit. Die Prüfung hatte begonnen und alle bereiteten sich nun mental auf die bevorstehenden Prüfungsfächer vor, wobei alle Ausführungen den Anforderungen der dreiköpfigen Prüfungskommission (Helmut Behnke, Michael Scholz und Sascha Costa) standhalten mussten.

 

Begonnen wurde mit der Bewertung der einzelnen Katas. Joe startete von den VfL’er Judoka als Erster und demonstrierte die Kata der Bodentechniken (Katame-no-kata). Souverän und hochkonzentriert arbeitete sich Joe von den Haltegriffen über die Würgetechniken bis hin zu den Hebeln und zeigte eine durchweg gute Leistung.

 

Als nächste betrat Jessica die Matte und hatte nach anfänglichen Unsauberkeiten bei einzelnen Techniken der Nage-no-kata auch schnell keine Lust mehr sich für die noch bevorstehenden 24 Techniken groß anzustrengen. Dementsprechend war die Kata zwar in Ordnung, aber sicherlich unter dem Möglichen.

 

Danach demonstrierte Julia ihre Kata und profitierte wieder ein mal mehr von Jan Müllers Leistungen als Partner. Durch das Training der letzten Wochen waren beide ein eingespieltes Team und Julia zeigte eine souveräne Leistung.

Kommentar seitens der Prüfer war lediglich: „Mit Jan kann einfach jeder die Prüfung bestehen!“

 

Melanie war die letzte im Bunde und zeigte von den Pinnebergern die wahrscheinlich beste Kata. Voller Konzentration und sehr abgeklärt präsentierte sie alle 30 Techniken und konnte beruhigt auf den nächsten Prüfungsteil blicken.

 

Nun stand die Beurteilung der Standtechniken an. Hierbei wurden neben „normalen“ Techniken auch so genannte Kombinationen, Finten oder Konter abgefragt. Darüber hinaus durfte sich der eine oder andere auch den teilweise kniffligen Fragen der Prüfer stellen. Doch auch hier zeigten die VfL’er gute bis sehr gute Leistungen, was von unseren Trainern Olaf Bähr, Werner Welzel und Patrick Wiesner auch sicherlich nicht anders erwatet wurde!

 

Nach den Standtechniken ging es nahtlos mit einigen Übergängen vom Stand in den Boden. Standardsituationen sollten geschaffen und dann durch Umdrehtechniken, Haltegriffe, Hebel oder Würger gelöst werden.

Nach leichten Anlaufschwierigkeiten bei dem einen oder anderen überzeugten dennoch alle mit ihren Ausführungen und hatten somit bereits ¾ der Prüfung geschafft.

 

Beim nächsten und auch letzten Prüfungsfach hatten alle die Wahl zwischen einer Demonstration seiner eigenen Spezial- bzw. Wettkampftechnik oder einer Demonstration von judobezogener Selbstverteidigung.

Joe zeigte als einziger Pinneberger ein sehr gut strukturiertes und sehr anschaulich dargestelltes SV-Programm.

Ob ihn sein Partner / Gegner nun mit einem Schlag, mit dem Fuß oder gar mit einer Waffe angriff, Joe fand in jeder Situation die richtige Lösung und überzeugte damit nicht nur die Prüfer.

Jessica demonstrierte ihre Spezialtechnik, den Tai-otoshi (Körperwurf) und war nach einem kurzen Vortrag und einer kleinen Frage seitens der Prüfer glücklich, alles hinter sich gebracht zu haben.

Direkt darauf überzeugte Melanie mit ihrem Hane-goshi (Springdrehwurf) und verblüffte die Prüfer mit einer vorher noch nie gesehenen Variante ihrer Technik, wodurch Melanie dann vorzeitig die Matte verlassen durfte. Kreativität zahlt sich schlussendlich eben aus, zumindest war dies die Meinung der Prüfer!

Last but not least war dann Julia an der Reihe. Der Seoi-nage (Schulterwurf) sollte es sein und auch hier ließ Julia keine Zweifel aufkommen, dass sie diese Technik beherrscht.

 

Nach kurzer Beratungszeit der Prüfer kam dann um 16:15 Uhr endlich die Erlösung: Alle haben bestanden!!!

Die Leistungen wurden von befriedigend bis sehr gut bewertet. Insgesamt sahen die Prüfer eine vom Niveau her gute Prüfung und es herrschte durchweg eine gute Stimmung, obwohl eigentlich jeder Prüfling aufgeregt war.

Unterstützung erhielten wir von den Zuschauern, die fast ausschließlich aus Pinneberg kamen. So machte es richtig Spaß sein eigenes Können zu zeigen uns sich danach mit Trainern, Trainingspartnern, Familie und Freunden zu freuen.

 

Der Fleiß der letzten Wochen und Monate hatte sich gelohnt und alle vier Pinneberger Judoka machten sich wahrscheinlich selbst das schönste Weihnachtsgeschenk.

Über die Weihnachtstage können sich dann alle von den Strapazen erholen und im nächsten Jahr wird die Matte dann als frisch gebackener Meister im Judo betreten.

Und wenn Hanspeter seine Knieverletzung ausgestanden hat, dann werden wir mit ihm zusammen erneut auf der Matte stehen, damit auch er die Prüfung zum 2. Dan ablegen kann.

 

Neben dem Vorbereitungslehrgang war es für die Dan-Anwärter unheimlich hilfreich, dass auch die Trainer „zu Hause“ einen Ehrgeiz entwickelt hatten, uns so gut wie möglich auf die bevorstehende Prüfung vorzubereiten. So wurde im Training verstärkt darauf geachtet, dass sich neben der Ausführung der einzelnen Techniken auch die jeweiligen japanischen Begrifflichkeiten bei allen einprägten.

Ohne diesen Aufwand unserer Trainer wäre es sehr schwer geworden, die Zwangspausen durch Verletzungen wieder aufarbeiten zu können.

An dieser Stelle deswegen noch einmal vielen Dank an Olaf, Werner und Paddy!

 

Darüber hinaus sind auch nicht nur die Trainer wichtig, sondern auch die Trainingspartner und da hat in diesem Jahr einer seine Freizeit von knapp einem halben Jahr nur dem Judo zugeschrieben, um uns zu unterstützen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen: Jan, mit dir kann man einfach nur die Prüfung bestehen! Vielen Dank!

Glückwunsch an alle Danträger, ein schönes Weihnachtsfest und den obligatorischen guten Rutsch ins neue Jahr!!

 

 

 

Jessica Fritzsche