3. Offene Rangliste
Wieder einmal fuhren wir am 13.09.09 mit sieben Kämpfern zur diesjährigen 3. Offenen Rangliste. Julia Wiesner, Valerij Diel, Andre Gieseler, Florian Buchholz, Lutz Chrobok, Ivan Diel und Vanessa Schlage stellten sich der Herausforderung und wollten sich mal wieder mit anderen Hamburger Judoka auf der Matte messen.
Da die weiblichen Gewichtsklassen sehr spärlich besetzt waren, wurden die Klassen -57 Kg, -63 Kg und -70 Kg zusammen gelegt, damit jeder ein paar mehr Kämpfe zu bestreiten hatte. Vanessa begann nach einem Jahr Kampfpause als erste mit dem Kämpfen. Sie hatte ihre Gegnerin von Beginn an unter Kontrolle und überforderte diese mit ihrem Bombardement von Technikansätzen. Die Mühe sollte dann auch bald belohnt werden und Vanessa warf ihre Gegnerin mit einem Soto-maki-komi. Sie erhielt für die Technik einen Yuko und arbeitete im Boden intensiv nach, sodass sie es schaffte, ihre Kontrahentin in einem Haltegriff zu fixieren. Diesen konnte sie lange genug halten und gewann ihren ersten Kampf. Im zweiten Kampf trafen dann Vanessa und Julia auf der Matte aufeinander. Beide kämpften vorsichtig, um ja keinen Fehler zu machen. Letzten Endes entschied sich der Kampf im Boden. Julia gelang es Vanessa in einem Kami-shio-gatame zu halten, aus dem sich Vanessa nicht mehr befreien konnte. Somit ging der Sieg an Julia. Vanessa, die normalerweise nur in der Gewichtsklasse -57 Kg kämpft musste in ihrem dritten Kampf gegen eine Kontrahentin aus der Gewichtsklasse -70 Kg antreten. Der Gewichtsunterschied war eindeutig zu merken. Nach kurzer Zeit geriet Vanessa in einen Haltegriff, konnte sich aber mit aller Kraft aus der Matte schieben und sich somit befreien. Danach hatte sie einen sehr schönen Uchi-mata Ansatz, den sie leider nicht vollständig durchzog und wurde dann gekontert. Schließlich lag sie erneut im Haltegriff und diesmal ließ ihre Gegnerin nichts anbrennen. Vanessa erreichte in der Gewichtsklasse -57 Kg den ersten Platz und zeigte an diesem Tag eine gute Leistung, die auf Erfolge bei in Zukunft nahe liegenden Turnieren hoffen lässt.
Julia, hatte an diesem Tag neben dem Kampf gegen Vanessa noch zwei andere Gegnerinnen. Die erste besiegte sie mit einem schön tiefen Seoi-nage, für den sie auch einen Ippon erhielt. Ihre dritte und letzte Gegnerin gab den Kampf leider vor Beginn, aufgrund eines kaputten Schlüsselbeins, auf. Folglich gewann Julia diesen dann kampflos. In ihrer Gewichtsklasse -63 Kg erzielte auch Julia den ersten Platz.
Als nächster startete Valerij mit seinen Kämpfen. Nach wenigen Sekunden konnte er in seinem ersten Kampf bereits eine kleine Wertung durch einen O-uchi-gari erzielen. Danach geriet jedoch durch eine Unaufmerksamkeit in einen Haltegriff, aus dem er sich wieder befreien konnte. Valerij zeigte sich in seiner Technikauswahl vielfältig und griff seinen Gegner dann mit einem tiefen Morote-seoi-nage an. Für diesen erhielt er einen Waza-ari. Sein Gegner hatte sich allerdings noch nicht geschlagen gegeben und setzte einen Yoko-sumi-gaeshi an, dem Valerij nicht mehr ausweichen konnte und mit Ippon verlor. Auch in seinem zweiten Kampf ging Valerij frühzeitig mit einem Yuko in Führung. Diesmal ließ er sich seinen Vorteil aber nicht mehr nehmen und warf seinen Gegner mit einem Soto-maki-komi für Ippon. Im dritten von seinen insgesamt fünf Kämpfen konnte Valerij durch eine Kontertechnik einen Waza-ari erzielen. Danach ging sein Gegner mit voller Kraft in eine Technik. Valerij gelang es überzusteigen und selber einen sehr schönen Uchi-mata anzusetzen. Keiner, wahrscheinlich nicht einmal Valerij selbst, hatte damit gerechnet und er erhielt für die Technik einen klaren Ippon. Die vorangegangen Kämpfe zehrten allmählich an Valerij Kräften und es gelang ihm nicht in seinem vierten Kampf seine Technik durchzusetzen. Schließlich drehte sein Gegner ein, aber Valerij ließ sich davon nicht beirren. Er konterte mit einer Aushebetechnik, einem Te-guruma, und konnte damit den Kampf frühzeitig durch Ippon für sich entscheiden. Nun stand nur noch das Finale an. Über drei Minuten hinweg setzten beide stets ihre Techniken an, jedoch konnte keiner einen wirklich zwingenden Ansatz durchsetzen. Valerij geriet dann mit einem Waza-ari in Rückstand. Nach über vier Minuten Kampfzeit, schaffte es Valerij Kontrahent seine Spezialtechnik, den Seoi-nage sauber anzusetzen und Valerij musste sich geschlagen geben. Am Ende durfte Valerij sich dann über seinen erreichten zweiten Platz freuen.
In der Gewichtsklasse -60 Kg hatte Andre nur einen Gegner. Mit den Gedanken noch im Wochenende geriet Andre sehr schnell durch eine Fußtechnik in den Boden und konnte sich dort nicht mehr aus dem Haltegriff befreien. Dennoch erzielte Andre den zweiten Platz und konnte sich den Rest des Tages die anderen Kämpfe entspannt ansehen.
Flo und Lutz kämpften beide in der Gewichtsklasse -81 Kg. Im direkten Duell konnte Lutz sich anfangs mit einem Morote-seoi-nage durchsetzen und erhielt dafür einen Yuko. Florian konnte Lutz allerdings nicht in dessen Agilität einschränken und geriet dann in einen Soto-maki-komi, für welchen Lutz mit einem Ippon belohnt wurde. In Florians nächstem Kampf musste er gegen einen sehr großen Schwarzgurt antreten. Florian, der es normalerweise gewohnt ist, der größte zu sein, kam mit der Situation nicht ganz zurecht und verlor leider mit Ippon. In seinem dritten Kampf baute Florian mehr Druck auf seinen Gegner aus. Diesem gelang es dann aber Flo in einen Haltegriff zu drehen. Allerdings gab Flo nicht auf und befreite sich aus der Fixierung seines Gegners. Er setzte weiter seinen Ashi-uchi-mata im Stand an, aber konnte seinen Gegner nicht zwingend zu Boden werfen. Hingegen geriet er wieder in einen Haltegriff und diesmal reichte die Kraft nicht aus, um sich erneut zu befreien. Im vierten und letzten Kampf trat Flo gegen einen sehr erfahrenen Hamburger Judoka an. Das ließ ihn aber unbeeindruckt und Flo versuchte seine Größe auszunutzen und setzte weiterhin den Uchi-mata an. Leider versuchte Flo dann nur halbherzig seinen Gegner zu werfen und dieser nutze den Moment, um Flo dann mit einer eigenen Technik zu kontern. Florian zeigte an diesem Wochenende eine gute Leistung, auf die im Training aufgebaut werden kann. Die nächsten Turniertermine stehen bereits fest und es bleibt abzuwarten, ob Florian dann, zusammen mit dem letzten Quäntchen Glück, seine Techniken zwingen durchsetzen kann.
Auch Lutz hatte an diesem Tag noch drei weitere Kämpfe. Den ersten beendete er sehr schnell und kompromisslos mit einem schönen Ashi-uchi-mata. Im zweiten Kampf hatte er dann schon mehr Schwierigkeiten, seinen Gegner unter Kontrolle zu halten. Schließlich ließ sich sein Gegner aber auf einen Bodenkampf mit Lutz ein. Wie sich im Nachhinein herausstellte war dies ein Fehler. Lutz drehte sich seinen Kontrahenten kurzerhand auf den Rücken und fixierte ihn dort, ohne ihn noch einmal loszulassen. Somit war auch dieser Kampf gewonnen. Seinen letzten Kampf bestritt Lutz gegen den großen Schwarzgurt. Dieser wollte seine Größe taktisch ausspielen, doch Lutz ließ sich davon nicht beirren und konterte ihn mit einem Uchi-mata-gaeshi für Ippon. Lutz hat alle seine Kämpfe gewonnen und durfte sich zu Recht über seinen wohlverdienten ersten Platz freuen.
Last but not least war noch Ivan an der Reihe. In der Gewichtsklasse über 100 Kg hatte er keinerlei Gegner und somit erzielte er kampflos den ersten Platz.

Die durchweg guten Leistungen wurden dann noch bei Burger King „gefeiert" und alle traten den Heimweg an.
Jessica Fritzsche








